Donaukurier, 06.05.2010
Songs mit Niveau und Feuer
Ingolstadt (DK) Man kennt sie in der Szene: Schon in mehreren Ingolstädter Rockbands hat Andrea Kodisch im Laufe ihrer Karriere gespielt. Nach zehn Jahren bei ihrer letzten Station, der Coverband Old Rip, wollte sie gerne wieder selber Lieder schreiben.
Das hat sie schon in den Neunzigern bei der Band Silent Groove gemacht, mit der sie 1995 den bayerischen Rock- und Pop-Musikpreis gewann. Musik nachzuspielen könne zwar eine Zeit lang ganz nett sein, findet sie, "aber wenn man immer Ideen hat, und die liegen daheim in der Schublade herum und vergammeln . . .".
Im Frühjahr 2009 suchte Andrea Kodisch ein paar andere Musiker und gründete die Gruppe Schallpoet, mit der sie erstmals auch deutschsprachige Lieder schreibt. Eigentlich hatte sie bisher mit deutschen Texten nicht viel zu tun gehabt und sich auch nur selten Musik deutschsprachiger Künstler angehört. Doch: "Bei irgendeinem Lied sind die deutschen Wörter aus mir herausgesprudelt!"
Jetzt haben Schallpoet ihr Debütwerk "Never too late" vorgestellt; das Diagonal war gut gefüllt. Beim Publikum kamen die gehaltvollen Songs, die viel über das Leben erzählen, bestens an. Weitere Auftritte sind am 19. und 20. Juni in Ringsee.
"Die meisten Lieder auf dem Album sind schon eher nachdenklich", erzählt die Frontfrau von Schallpoet über die Songs, die aus ihrer Feder stammen. "Das sind einfach Texte, die mich persönlich bewegen. Geschichten, die man schon selber erlebt hat."
Das ebenfalls auf der CD enthaltene Lied "Niemand" war bei der "Soundgarage" von Antenne Bayern, einem Online-Portal für Newcomerbands, sehr erfolgreich. Wochenlang hielt es sich auf Platz eins, was Andrea Kodisch allerdings nicht überbewerten möchte: "Mir ist es fast lieber, wenn wir eher darauf achten, wie das live rüberkommt. Da ist das Publikum auch authentischer." Denn diese Download-Charts könne man ganz schön manipulieren.
Doch auch allein nach den Zuhörern will sich Andrea Kodisch nicht richten: "Geschrieben wird einfach das, was aus mir heraus kommt, ob das nun deutsch oder englisch ist!"
Von Anika Zidar


